An Frau Nannette Falk-Auerbach
Als du im Saal mit deiner himmlischen KunstBeethoven zeigst, und seinem Willen nachMit den zehn Fingern fuehrst der Leute Gunst,Zehn Zungen sagen was der Meister sprach.Schauend dich an, ich seh’, dass nicht alleinDu sitzest: jetzt herab die Toene ziehnBeethovens Geist: er steht bei dir, ganz rein:Fuer dich mit Vaters Stolz sein’ Augen gluehn:Er sagt, “Ich hoerte dich aus Himmelsluft,Die kommt ja naeher, wo ein Kuenstler spielt:Mein Kind (ich sagte) mich zur Erde ruft:Ja, weil mein Arm kein Kind im Leben hielt,Gott hat mir dich nach meinem Tod gegeben,Nannette, Tochter! dich, mein zweites Leben!”
Baltimore, 1878.